... dachte die naive Austauschstudentin. Im Grunde ist ja auch nichts gegen vier Duschen am Tag einzuwenden (sofern man den Umweltaspekt nicht mit betrachtet). Allerdings habe ich nur die letzte Dusche am heutigen Tag als wirklich angenehm empfunden. Nur diese war gewollt. Nur diese beinhaltete warmes Wasser.
Halb neun schwang ich mich heute morgen aufs Fahrrad, um die reichlich sechs Kilometer zu meinem ersten Sprachkurs in Dragvoll zurück zu legen. Der Wetterbericht sagte Regen vorher. Der Himmel war mit einer grauen Wolkendecke behangen. Der Wind blies so stark, dass ich zum ersten mal sah, wie sich weiße Wellenkämme übers Wasser im Fjord bewegten. Da ich den Fjord von meinem Zimmerfenster aus noch sah, dachte ich mir: So schlimm wird es schon nicht werden. Natürlich habe ich eine regenfeste Hose und eine wasserdichte Jacke, aber das wäre zusätzlich zu den normalen Sachen gewesen und ich hatte keine Lust, diese den ganzen Tag mit mir herum zu schleppen.
Fünf Minuten nachdem ich losgefahren war kam es, wie es kommen musste: Es begann zu regnen. Meine Jacke hielt das Wasser ganz gut ab, aber mit Jeans im Regen bei 8-10°C Radfahren gehört nicht zu meinen Lieblingsaktivitäten. Von der Motivation getrieben möglichst schnell in ein trockenes Gebäude zu flüchten, legte ich die Strecke in bisheriger Bestzeit zurück und hatte somit vor Kursbeginn noch Zeit zum Trocknen. Wie und wo geht das am besten? Im Bad mit Hilfe eines Händetrockners. :) Bin ich in der Regel doch eher ein Papierhandtuchliebhaber, als ein Freund des Händetrockners, so freute ich mich heute sehr über den warmen Luftstrom, der nasse, an den Oberschenkeln klebende Jeans erstaunlich schnell zu trocknen vermag.
 |
| Händetrockner |
Auch der schönste Sprachkurs geht jedoch irgendwann zu Ende und für 14:15 Uhr stand die nächste Vorlesung im sieben Kilometer entfernten Gløshaugen an. Von Dragvoll zum Hauptcampus geht es (fast) nur bergab. Man kann sich also super rollen lassen und ist ziemlich schnell in Gløshaugen. Diese Zeit reicht jedoch für eine weitere Dusche, während der ich mir überlegte, dass es doch gar nicht so schlimm sei, in der Uni die regenfesten Klamotten mit mir rum zu tragen. Neben Jacke und Hose sollten außerdem möglichst wasserdichte Handschuhe und eine Brille zur Ausrüstung gehören, da ich die Augen bei dem Regen ziemlich zusammenkneifen musste, um nicht nur Schritttempo zu fahren. Aufgrund der teilweise gehwegbreiten, bis zu 15 cm tiefen Pfützen musste ich ohnehin von Zeit zu Zeit sehr stark abbremsen. Dennoch spritzte es natürlich und ich wünschte mir noch Gummistiefel zur Komplettierung meines Outfits hinzu. In Gløshaugen angekommen wollte ich die selbe Trocknermethode anwenden, wie zuvor in Dragvoll. Da ich jedoch gezielt nach einem (altmodischen) Händetrockner suchte, stieß ich natürlich nur auf Räumlichkeiten mit Papierhandtüchern oder mit diesen super tollen, ergonomisch geformten, stylischen Designerhändetrochnern, die für meine Zwecke total ungeeignet waren. Naja, bis zum Kursende 19 Uhr war alles wieder trocken und die drei Kilometer zurück ins Pflegeheim waren auch nicht so schlimm. Schließlich konnte ich nach dieser dritten kalten Dusche hier warm duschen.
Was wird die lernfähige Austauschstudentin morgen wohl anziehen? ;)
Auch hier war Regen, der pünktlich ca. eine Stunde vorm Firmenlauf begann und natürlich auf dem Heimweg wieder aufgehört hatte. Also an Norwegen liegt es wohl nicht :-)
AntwortenLöschender Händetrockner kommt mir auch bekannt vor
AntwortenLöschenSag ich doch - Norwegen und USA scheinen oftmals sehr ähnlich. Nur die Wirkungsrichtung ist mir nicht immer ganz klar.
AntwortenLöschenAber egal wie: Mir gefällt diese Art Händetrockner nicht (gleichgültig, ob ich sie zum Hände- oder Hosentrocknen brauche ^^).