Montag, 18. November 2024

Von Pirovac über Zadar...

 ... bis Nin erkundeten wir den Küstenbereich Kroatiens, wobei wir primär fünf Orte anschauen: Pirovac (da lag unser Boot die Liberté II), den Vraner See, Zadar, Zaton und Nin. Am Vraner See, dem größten See Kroatiens, verbrachten wir zwei entspannte Stunden auf unserem Weg zur nächsten Unterkunft nach unserem Bootsaufenthalt. Bekannt ist der Vraner See und das Ufer ringsum vor allem als ein Vogelparadies. Um die Vögel beim Brüten zu beobachten waren wir jedoch zur falschen Jahreszeit da. Wir genossen einfach die Ruhe und das Spiel am und im Wasser abseits der vielen Menschen, die wir stets am gerade einmal zwei Kilometer entfernten Meer antrafen.

Durch Kiefernwald kamen wir zum See.
Seepanorama von Südwesten.
Wir hatten diese Bucht fast die ganze Zeit für uns alleine.

Zadar war die mit Abstand größte Stadt, die wir während unserer zwei Wochen in Kroatien aufsuchten. Ich hatte gelesen, dass die 70.000 Einwohnerstadt eine schöne Altstadt hat und trotz Weltkulturerbestatus oft noch ruhiger wäre als bspw. Split. Zudem laß ich von der Meeresorgel und der Kunstinstallation 'Gruß an die Sonne' entlang der Promenade, die von Familien mit kleinen Kindern wohl oft als Highlight beschrieben werden. Unsere Familienzeit an der Promenade, wo wir das Sonnensystem erkundeten und der durch das Wellenspiel in der Meeresorgel erzeugten Musik lauschten, erinnere ich sehr gern. Nicht so gern erinnere ich unseren Kampf durch die Altstadt hindurch selbst. 

Warum Kampf? Die engen Straßen und kleinen Gassen zwischen den alten Häusern sind sicherlich schön. Ich hatte nur nicht wirklich Zeit und Nerven die Atmosphäre aufzusaugen. Die Altstadt war schon sehr touristisch geprägt. Das kann ich im Normalfall recht gut ausblenden und bspw. mit der Altstadt von Prag zwischen Karlsbrücke und Astronomischer Uhr verglichen war es in Zadar wirklich sehr ruhig und entspannt. Allerdings gab es an jedem Eingang und jeder Ecke kleine Lädchen, die auf Touristen abzielten und natürlich ihre Waren zur Schau stellten. Die Ladenbesitzer waren in keinster Weise aufdringlich und wenn ich allein gewesen wäre, wäre ich einfach an ihnen vorbeigeschlendert, hätte vielleicht hier und da mal geschaut ohne die Intention wirklich etwas zu kaufen, was zu Hause ohnehin nur rumsteht und verstaubt. Mit zwei kleinen Kindern, die überall Spielsachen, Schmuck und Süßigkeiten dargeboten sahen, empfand ich es jedoch wirklich, wirklich anstrengend die gut 600 Meter vom Landtor bis zur Donatuskirche zurück zu legen. Die Kinder hatten keine Freude, da wir Eltern nicht gewillt waren überteuerten Touristenfaddel zu kaufen und wir Eltern hatten keine Freude, da die Kinder ihre Unfreude klar zum Ausdruck brachten. An der Donatuskirche angekommen hatten wir irgendwie alle schlechte Laune, da niemand bekam, was er wollte. Zum Glück änderte sich unser aller Befinden schnell, als wir die engen Gassen der Altstadt hinter uns gelassen hatten und an der Promenade sitzend, der Meeresorgel lauschend und einen mitgebrachten Nachmittagssnack essend aufs Meer hinaus schauten und die Fische im klaren Meerwasser beobachteten. Insofern behielt ich Zadar insgesamt doch positiv in Erinnerung und falls ich die 'alten Steine' doch nochmal etwas genauer anschauen mag, kommen wir eben nochmal wieder, wenn die Kinder größer sind. 

Ein kleiner, gemütlicher Jachthafen direkt am Landtor.
Innerhalb der Stadtmauern der Altstadt
beherrschten die Touristen zu Fuß die
schmalen Gassen von Zadar.
Die schmalen Wege öffnen sich plötzlich hin zum
Forum, in dessen Zentrum die Donatuskirche steht.
Die Kathedrale St. Anastasia ist die größte Kirche
in ganz Dalmatien.
Wir inspizierten die Solarplatten der "Sonne" nahe
der Meeresorgel (an der Kaimauer im Hintergrund)
ganz genau. Da wir zur Dämmerung nicht mehr vor Ort
waren, sahen wir keine Lichtspiele in der Dunkelheit.
An der Promenade konnten wir uns entspannt nieder-
lassen und dem bunten Treiben zuschauen.

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