
... müssen es wohl in den dem Wettkampf folgenden Tagen gewesen sein. Da meine Zimmergenossin aus Norwegen gebürtige Slowakin ist und in der Tschechei studiert, habe ich die örtliche Nähe genutzt und die Gelegenheit ergriffen ihr gleich mal einen Besuch abzustatten. Während meine Eltern und Trainer letzten Samstag also schon zurück nach Deutschland fuhren, ließ ich mich in der slowakischen Hauptstadt rausschmeißen und erkundete Bratislava - Burg, Altstadt, ein paar neuere Stadtteile. Mit fast 463.000 Einwohnern ist die slowakische Hauptstadt nicht sonderlich groß, was man auch am (fehlenden) Gedränge in der Stadt gespürt hat. Burg und Altstadt waren belebt - von Touristen. Deutsch, Englisch und Französisch haben dort mehr Leute gesprochen, als Slowakisch. Viele Geschäfte auf einer der Haupteinkaufsstraßen zwischen Altstadt und Präsidentenpalast schließen Samstag 14 Uhr. Es schien mir plötzlich, als brumme in Chemnitz das Leben.
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| In der Altstadt von Bratislava. |
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| Blick vom Präsidentenpalast gen Burg. |
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| Präsidentenpalast. |
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| Blick von der Burg über die Altstadt und Donau gen Österreich. |
Am späten Nachmittag fuhr ich dann mit dem Zug nach Trencin zu meiner Freundin. Beim Grillen am Abend stellte ich wieder einmal fest, wie relativ Zeit sein kann. Acht Monate nicht gesehen? So fühlte es sich nicht an.
Den Sonntag Morgen hieß es das feste Schuhwerk rausholen, um auf den 1042 Meter hohen Inovec zu wandern. Es war keine lange Wanderung, aber eine steile! Super Training für die Waden. Auf dem Rückweg sah ich, dass auch eine Bankdrückeinheit im Wald möglich gewesen wäre. Aus einer Garage am Wegesrand hatte jemand eine private Bankdrückbank in den Wald gestellt und war fleißig am Trainieren. Fand ich super! ^^
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| Die zwei Schwestern und ich. |
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| Fast wie Bymarka, No - nur ohne Fjord. |
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Die erwähnte Trainingsgelegenheit mitten im Wald. |
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Lecker Knoblauchsuppe auf dem Rückweg. |
Am Nachmittag machten wir dann Trencin unsicher. Dazu gehörte auch Burg Nummer zwei. Da Burgen dummerweise selten im Tal, sondern im Grunde immer auf dem höchten Hügel der Umgebung errichtet sind, hieß es auch da wieder "rauf, rauf, rauf - immer schön die Treppe rauf" *wer weiß, aus welchem Film das stammt? ^^* Das anschließende Eis hatten wir uns mehr als verdient. Zwar hat Trencin nicht einmal 60.000 Einwohner, aber die Stadt war belebter als Bratislava und versprüht meines Erachtens einfach mehr Charme. Durch all die körperliche Ertüchtigung an der frischen Luft und zumindest für mich neuen Eindrücke war ich gerade beim Wegdämmern auf der Autofahrt am Abend von Trencin, SK nach Brno, CZ, als wir von der Polizei rausgewunken wurden. Am Ende war es nur eine unspektakuläre (slowakische) Polizeikontrolle.
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| Sommervergnügen am Brunnen in Trencin. |
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| Ein Beispiel für die allgegenwärtigen Treppen. |
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| Kirche und Burgberg in Trencin. |
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| Blick vom Burgturm über die Stadt. |
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| Die Ziegen haben auf der Burg mehr Freiheiten als die Touristen. |
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| Eine prächtig ausgekleidete Kirche. |
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| Was guckst du? |
Montag in Brno, CZ ließen wir ruhiger angehen und genossen das Sommerwetter an einem großen Stausee im Nordwesten der Stadt. Natürlich lagen wir auch da nicht nur faul am Strand, sondern saßen auch faul auf einem Boot, dass uns zu Burg Nummer 3 - Hrad Veveri - brachte. Dort hieß es wieder Treppensteigen. Die Rückfahrt im Boot dauerte dann mehr als doppelt so lang, wie geplant, da unser Boot ("Utrecht") an der vorletzten Anlegestelle plötzlich Probleme bekam und anscheinend (es hielt niemand für nötig irgendwelche Auskünfte zu geben) der Motor ausfiel, so dass wir dann erst mal eine dreiviertel Stunde antriebslos auf dem Stausee umhertrieben, bis wir von "Leipzig" gerettet wurden. Die Boote heißen alle nach Partnerstädten von Brno. So lernte ich, dass Leipzig eine davon ist.
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| Burg Nummer 3 über dem Damm nahe Brno. |
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| Ein Teil der Festungsmauer. |
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| Unser Rettungsboot 'Leipzig'. |
Mein letzter Tag in Brno stand 100 Prozent Touristensightseeing (inkl. typischem Essen mit Knödel, Sauerkraut und Fleisch) auf dem Programm - begonnen mit Burg Nummer 4: Hrad Spilberk; viele wirklich hübsch mit Stuck verzierten Häusern in der Innenstadt, vorbei an Kathedralen und von außen weniger prächtigen, dafür innen umso schmuckhafter ausgestalteten Kirchen, entlang lebhafter Plätze, bis in die Katakomben von Brno, von denen es zwei gibt. Das eine öffentliche Tunnelsystem liegt unter dem Obst- und Gemüsemarkt und ist eine traditionelle Unterkellerung, in der man früher vor allem verderbliche Ware kühl lagern konnte. Bei den anderen Katakomben handelt es sich um das zweitgrößte Ossarium (=Beinhaus) in Europa. Im 13. Jh. war um die Jakobskirche herum ein Friedhof, der aber schon bald zu klein wurde und so exhumierte man nach einigen Jahren immer wieder die Skelettüberreste und schaffte sie in die unterirdischen Kammern. Bei der Wiedereröffnung des Beinhauses vor etwa 10 Jahren fanden die Forscher die Überreste von über 50.000 Menschen. Im heute zugänglichen Teil des Beinhauses findet man zwar immerhin keine Kronleuchter aus menschlichen Knochen wie im Sedletz-Ossarium (70km entfernt von Prag), aber auch verschiedene (künstlerische) Installationen aus menschlichen Knochen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wie er dazu steht. Persönlich finde ich es recht pietätlos.
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| In Brno gibt es noch die alten Straßenbahnen. :) |
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| Willkommen auf der Hrad Spilberk. |
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| Alles ist fein restauriert. |
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| Darf ich vorstellen: Das Burgfräulein. ^^ |
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| Blick aus dem Turm über Brno. |
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| Interessant, wie der Bischof versucht aus dem Grab zu krabbeln. |
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| Der Obst- und Gemüsemarkt. |
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| In den Katakomben unter dem Markt. |
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| Viele Häuser sind interessant verziert. |
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| Das Ossarium unter der Jakobskirche. |
Mittwoch Morgen ging es für mich dann per Eurocity zurück nach Deutschland. Dabei habe ich gelernt, dass man ohne Umzusteigen von Budapest (Abfahrtszeit 5:25 Uhr) nach Hamburg Altona (Ankunftszeit 19:43 Uhr) mit der Bahn fahren kann. Von Chemnitz aus schafft man es weder umsteigslos nach Hamburg, noch nach Berlin oder Frankfurt, um eine sehr kleine Auswahl an Städten zu nennen. Nach anderthalb Tagen in Chemnitz, in denen ich auch noch Besuch von einer anderen Freundin aus Norwegen hatte, fuhr ich Freitag nämlich auch schon wieder nach Berlin und morgen früh geht es dann nach FFM, von wo am Dienstag der Flieger gen Denver, USA geht. Redhead is traveling. :)
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