Donnerstag, 5. Oktober 2023

Mit dem Rad…

 … lässt sich eine Gegend immer am schönsten erkunden. Man kommt angemessen schnell vorwärts ohne im Stau zu stehen oder die Luft zu verpesten, kann anhalten wo man will ohne einen Parkplatz suchen zu müssen und kann auf Schleichwegen auch entlang weniger bekannter Routen unterwegs sein, während man einen tollen Ausblick hat und etwas für seine Gesundheit tut.
Nagut, es ist nicht alles Gold, was glänzt und bei starkem Gegenwind, Regen, steilen Anstiegen und viel zu nah an einem vorbeifahrenden Autos sinkt der Spaßfaktor deutlich, aber zum Glück hatten wir kaum mit solchen Nachteilen zu kämpfen. Entlang der Promenaden vorne am Wasser ist das Radwegnetzt aber schon deutlich besser ausgebaut, als auf dem Weg ins Hinterland der Insel. Wir fuhren (oder schoben) unsere Räder teils abenteuerliche, versandete, in Regenpfützen versunkene und löchrige Traktorwege entlang, die eine große Suchmaschine uns als Radwegstrecke empfohlen hatte. Durch spontane Abkürzungen kamen wir aber auch an einer sonnigen Pferdekoppel vorbei und gaben den zutraulichen Tieren von unseren zuvor am Wegesrand gepflückten Äpfeln ab.

Einer strampelt, zwei ruhen sich aus.

Unser erster Haltepunkt war der Sieben-Seen-Blick.
Im rechten Bildrand stehen einige Apfelbäume, ...
... über deren Früchte sich ein paar Kilometer weiter
diese Tiere freuten.
Unser Tagesziel mit den Rädern war das Wisentgehege der Insel Usedom. Ich hatte zugegebener Maßen keine großen Erwartungen an den Wisentpark. Büffel hatte ich auch schon in den USA in den Great Plains gesehen. Ein paar eingezäunte Tiere würden mich also bestimmt nicht besonders beeindrucken. Tatsächlich waren die Wisente im Schaugehege m.E. auch nicht das Highlight dieses insgesamt sehr gut gemachten Parks. Es war das Zusammenspiel von Informationen, echten Tieren, ausgestopften oder künstlichen Tieren und Erklärungen sowie die Anordnung der Anlage, die insgesamt einfach stimmig waren. Ich habe an dem Nachmittag so einiges gelernt und kann das Wisentgehege nur weiterempfehlen. 
Luchs, Elch, Wildkatze, Bär und Wolf - sie alle
durchstreiften unsere Wälder und Wiesen bevor
der Mensch sich ausbreitete und die wilden
Tiere systematisch tötete.

Vor 1,5 Millionen Jahren lebte in Asien die Urform
der Tiere, die in Europa zu Wisenten und in den USA
zum Bison werden sollte. Das Wisent war vor 1.000
Jahren fast in ganz Europa heimisch. Vor 100 Jahren
hatten die Menschen die letzten wildlebenden Tiere
getötet.
Mit in Tiergärten und Gehegen lebenden Tieren
begann ein Zuchtprogramm zur Rettung der Art.
Heute leben wieder knapp 2.000 Wisente in
Europa in freier Natur. Weitere gut 1.000 Tiere
leben aktuell in Gehegen.
Nach den Wisenten spazierten wir durch das Gehege des Dammwilds und zu den Wildpferden. Unterwegs trafen wir neben einem ziemlich starren Wisent auch einen Auerochsen. Dieser hatte nicht so viel Glück wie die Wisente, deren Art gerade so noch erhalten wurde. Auerochsen sind ausgestorben. Das waren ziemlich mächtig gewaltige Tiere mit Schulterhöhen von bis zu 1,80 Meter.
Selfi mit Auerochsen.
So ist es entstanden. :)
Hat irgendwer gesagt, dass Wisente Pflanzenfesser sein??

Sehr spannend fanden wir alle, und besonders auch die Kinder, den Eiszeitpark. Auf einem Rundweg durch den Wald sind vom Wollnashorn über den Höhlenbär und die Säbelzahnkatze bis zum Mammut diverse ausgestorbene eiszeitliche Tiere in originaler Lebensgröße rekonstruiert. Ziemlich beeindruckend und in gewisser Weise bin ich schon froh, dass ich auf Spaziergängen durch den Wald nicht Gefahr laufe einem dieser Tiere zu begegnen.

Ein Wollnashorn tapst durch den Wald.
Oh, oh! Ob das gut ausgeht?
Irgendwie wollte keiner mit dem großen
Teddybär kuscheln.
Die größten Tiere kamen zum Schluss.

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