Mittwoch, 18. Februar 2026

Balkon der sächsischen Schweiz...

 ... wird die Brandaussicht bei Hohnstein in Sachsen manchmal genannt, da sich einem von dort ein beeindruckendes Panorama bietet - in der Theorie, wenn es nicht diesig und bewölkt ist, wie bei unserem Besuch vor ein paar Wochen. Wir verbrachten Ende Januar nämlich ein schönes Wochenende mit der erweiterten Familie in der sächsichen Schweiz und übernachteten in der Brand-Baude. Bei meinem letzten Besuch in der seit bereits rund 170 Jahre bestehenden Bergwirtschaft in Oktober 2019 kamen wir nur als Tagesgäste, aßen aber schon damals gut in der Gaststube. Neben der Lage ist die Küche wirklich zu empfehlen. Auch das Frühstück, welches wir neben dem historischen Kachelofen mit gemütlichem Feuer genossen, stärkte uns hervorragend für einen langen Wandertag in der sächsischen Schweiz. 

Zerklüftetes Gelände aus Sandsteinfelsen - das 
Markenzeichen der sächsischen Schweiz.
Blick vom Balkon des Steinhauses in welchem
wir übernachteten - direkt neben der Brand-Baude. 
Ein stärkendes Frühstück am Morgen 
vertreibt Kummer und Sorgen. 
Die Kinder vertrieben sich die Zeit, bis die
Großen endlich fertig waren mit Essen.

Ganz so lang gewandert sind wir am Ende jedoch an keinem der Tage. Zum einen waren zwei Paar kurze Beine dabei, die zwar vor Energie sprühen, wenn sie mal Stillhalten sollen, aber auf mysteriöse Art immer bleiern schwer werden, wenn das Wort "wandern" zu hören ist und zum anderen hatten wir zwar leider keine verschneite Winterwunderlandschaft während unseres Aufenthaltes, aber die Temperaturen lagen dauerhaft im Frostbereich, was das Eis vom vorangegangenen Wintereinbruch auf den Wanderwegen hielt. Damit waren einige Wanderwege nicht sicher passierbar. Den Abstieg ins Polenztal brachen wir ab, nachdem die Ersten aus unserer Gruppe trotz vorsichtigem Voranschreiten ausrutschten und hinfielen. 

Planmäßig wollten wir ins Polenztal
hinab steigen. 
Für eine Weile konnten wir abseits der vereisten
Wege gehen. 
Irgendwann wurde es aber so rutschig, dass wir
beschlossen umzukehren. 
Fiel man auf den Hosenboden und ließ dann seinen
Blick nach oben wandern, konnte man sich sogleich
an der tollen Szenerie der Baumkronen erfreuen.
Danach hielten wir uns mehr an die Hauptwege ohne starkes Gefälle. Gut zu erreichen war bspw. der Aussichtspunkt zu den Hafersäcken und die kleine Steinbrücke direkt hinter der Brand-Baude. Richtung Hohnstein erreichten wir über ein paar Seitenwegen einen zugefrorenen Naturteich und den ebenfalls gefrorenen Wasserfall am Räumigtweg. Letzterer gefiel mir sehr. Ich konnte eine verwunschene Magie und Stille dort spüren, die sehr gut tat. 

Direkt hinter der Brandbaude überquert man eine 
kleine Sandsteinbrücke. 
Kletterfelsen sind super, um nach dem erfolgreichen
Erklimmen derselben die Aussicht zu genießen. 
Sandsteinbrücke von der Seite. 
Nur ein kurzer Spaziergang enfernt von der Baude
befindet sich der Aussichtspunkt auf die ... 
... Hafersäcke. 

Abseits des Hauptweges auf flachem Gelände 
ließ es sich schließlich gut laufen. 
Viel Spaß hatten wir auch mit dieser Naturwippe. 
Der Abstieg zum Wasserfall war erstaunlich eisfrei. 
Angekommen am Wasserfall am Räumigtweg.
Kleine und große Kristalle hingen wir Orgelpfeifen
nebeneinander und wuchsen stetig weiter. 

Besonders an der Brand-Baude fand ich neben dem - bei blauem Himmel sicherlich beeindruckenden Ausblick und der deftig leckeren Küche - dass man dort eben fernab vom üblichen Hintergrundrauschen und Lichtverschmutzung der Großstadt Nachts wirklich Ruhe finden konnte. 

Ein Bauernfrühstück zum Abendessen. 
Ende Januar verströmten Weihnachtsbaum und
-stern noch ihren Lichterglanz.
Ganz dunkel war es natürlich nie. Die Lichter der 
Menschen waren in der Ferne zu erkennen. Doch 
davor gab es einen großen schwarzen Bereich - 
Kerngebiet des Nationalparks. 

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