Donnerstag, 17. November 2022

Der Rhein...

 ... ist über 1.230 km lang und hat viele verschiedene Gesichter. Mehrmals besuchte ich bereits verschiedene Orte des Oberrheins, verbrachte 2015 eine ganze Woche Urlaub am Mittelrhein, kreuzte den Fluss hin und wieder im Abschnitt des Niederrheins und auch schon im holländischen Rheindelta. Ein akuteller Ausflug brachte mich zu dem rund 60 km langen Abschnitt zwischen Mainz und Worms. 

Es war das letzte Oktoberwochenende und immer noch viel zu warm für die Jahreszeit. Als Ausflügler genossen wir das warme, trockene Wetter. Der Morgen begann allerdings ziemlich neblig, was auch seinen Charme hatte. Da der Nebel die Aussicht von den Weinbergen stark eingegrenzt hätte, spazierten wir am Vormittag durch das ebenfalls weinbebaute Flachland bis zum Rhein selbst. Als wir am Fluss ankamen, war der Dunst auch schon aufgeklart und die Sonne heizte uns so stark ein, dass wir sogar im Wasser rummatschen konnten während wir Schiffe beobachteten. 

Früh halb zehn auf dem Weg zum Rhein.
Mystisch.
Halb elf strahlte die Sonne vom blauen Himmel herab.
Wasser reizt immer.
Viele der Schiffe führten auch Autos oder Motor-
räder mit. Das fanden die Kinder interessant.
Es war ein sehr schöner Vormittag.

Am Nachmittag spazierten wir durch die Weinberghänge von Dienheim und Oppenheim. Das rund 40 Kilometer lange Oppenheimer Kellerlabyrinth besuchten wir nicht, sondern genossen lieber den sonnigen Spätherbst von der Burgruine der Burg Landskron aus und beim Schlendern durch die Oppenheimer Altstadt. Das Kugeleis am Oppenheimer Marktplatz kann man leider nicht empfehlen.

Die schönste Aussicht gibt es von oben. Also hoch
den Berg!
Ruine der Höhenburg Landskron über Oppenheim.
Die erste Burg an dieser Stelle stammt aus dem 13. Jhd.
Blick von der Burgruinie auf die
Katharinenkirche.

Die gotische Katharinenkirche aus der Nähe.

In der Michaelskapelle befindet sich auch das
Gebeinhaus von rund 20.000 Menschen aus
dreieinhalb Jahrhunderten.

Am letzten Oktobertag trafen wir uns mit Freunden in der Nibelungenstadt Worms. Worms war für mich eine von den Städten, von denen ich schon mal gehört hatte, aber mit der ich nichts wirklich verband. Den Tag bevor wir nach Worms fuhren, wurden wir gefragt, ob wir denn wirklich nach Worms wollten - mit so einem ungläubigen Unterton. Mittlerweile kann ich diesen verstehen. Wir waren in Worms, müssen aber nicht wieder hin. Ich empfand die Stadt als sehr unaufregend und ziemlich dreckig. Gefühlt lag überall Müll. Auf einem hübschen Spielplatz in der Nähe des Rheins standen fünf Mülleimer - intakt und fast leer. Dennoch lag überall Müll herum. Auf dem Ludwigsplatz und im dazugehörigen Ludwigsbrunnen lag überall Müll. Auf dem Weg von der Nibelungenbrücke zur Woogbrücke kam uns ein Mann entgegen, der gerade ein Tetrapack Saft ausgetrunken hatte und dieses im Vorbeigehen auf einen Vorsprung an einem Zaun abstellte. Ich schaute ihm fragend in die Augen und er zuckte mit den Schultern und lief weiter. Natürlich gibt es auch an vielen anderen Orten Müllprobleme, nur fiel es mir zwischen Wormser Hauptbahnhof und dem Hagendenkmal am Rhein besonders auf. Dazu kamen heruntergekommene Wohnhäuser und Läden. Das, was in Worms blitz und blank war, waren viele große Angeberkarren (Ja, ich habe absichtlich nicht "Autos" geschrieben.) die mit laut getunten Motoren über Straßen und Parkplätze knatterten. 

Direkt von am Rhein nahe der Nibelungenbrücke war es ganz nett. Der Rheinstrand bei Dienheim am Vortag gefiel uns jedoch deutlich besser. Am späteren Nachmittag fuhren wir noch in den im Nordwesten gelegenen Stadtteil Herrnsheim, der seit 1942 zu Worms gehört. Dort gefiel es uns gut. Es war ruhig und sauber. Die Menschen waren freundlich. Das Herrnsheimer Schloss mit angeschlossenem Schlosspark vermittelte Ruhe und Entspannung. So fand unser Besuch in Worms einen versöhnlichen Abschluss. Gerade als wir zurückfahren wollten, beobachteten wir noch die Landung eines Heißluftballons.

Ein Teil der alten Stadtmauer, an die heute das
Nibelungenmuseum angeschlossen ist.
Das Hagendenkmal, das zeigen soll, wie Hagen den
Nibelungenschatz im Rhein versenkt. Auf dem Fluss
ist eins der vielen Kreuzfahrtschiffe zu sehen, die in
regelmäßigen Abständen Touristen ausspucken, welche
dann in Reisebusse umgeladen und weiter befördert
werden (oder umgedreht die Leute aus den Bussen aufnehmen).
Die Baumallee im Norden der Nibelungenbrücke
direkt am Rhein bietet Erholung.
Der Ludwigsbrunnen.
Schloss Herrnsheim vom Innenhof aus gesehen.
Ein Gebäude vom Schloss Herrnsheim.
Schlosspark Herrnsheim.

Der Storchenturm war Teil der Orts-
befestigung im späten Mittelalter und steht
heute am Rande eines großen Spielplatzes.
Ein letzter Feuerstoß, damit der Ballon
es noch über die Häuser schafft. Direkt
hinter dem Friedhof landete der
Ballon auf einem Feld.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen