... besuchten wir im Rahmen eines Übernachtungsstopps unterwegs in den Urlaub (dazu mehr im nächsten Beitrag). Die oberpfälzische Hauptstadt lag auf unserem Weg und teilte die Fahrstrecken in mit Baby annehmbare Dauern. Zudem waren wir noch nie in der Donaustadt gewesen und wollten sie für einen ersten Eindruck auf uns wirken lassen.
Wir bezogen direkt im historischen Stadtamhof (von der Donau umflossene Insel) Quartier und so war es nur ein Katzensprung zur Steinernen Brücke (der ältesten erhaltenen Brücke Deutschlands) und in die Altstadt. Das gesamte Zentrum gehört zum UNESCO Welterbe.Wir spazierten eine Weile durch die Gassen und suchten uns dann eine Einkehr für das Abendmahl. Mittels erstem Eindruck würde ich die viertgrößte Stadt Bayerns als "ganz nett" klassifizieren, aber so richtig sprang der Funke nicht über.
Ein Grund für unsere Reserviertheit gegenüber der Stadt war sicherlich auch das gerade stattfindende Volksfest unweit unserer Unterkunft. Das Fest auf dem Dultplatz nannte sich Dult und wie ich mittlerweile weiß, ist Dult im südostdeutschen Sprachraum die Bezeichnung für einen Jahrmarkt/ Volksfest. Wenngleich ich als Kind sicherlich noch lieber auf Volksfeste ging als heutzutage, bin ich diesen auch jetzt nicht abgeneigt und das aus der Ferne sichtbare Riesenrad auf dem Dultplatz in Regensburg zog uns an. Nach wenigen Metern auf dem Festgelände brachen wir unseren Besuch allerdings ab. Zelte in denen Töpfe, Pfannen, Staubwedel, Fliegenklatschen und Schneebesen, verkauf worden grenzten an Wagen mit gebrannten Mandeln und Zuckerwatte. Daneben warb ein Unternehmen mit Prospekten für den Bau einer neuen Treppe im Eigenheim und dazwischen Dixiklo, Geldautomat und Stände mit billigen Klamotten. Während ich diese seltsame Zusammenstellung noch einzuordnen versuchte, mischten sich in meiner Nase die Gerüche von Pferdestall (für die kleinen Besucher wurde Ponyreiten angeboten) und Seifen, die am nächsten Stand unter die Leute gebracht werden sollten. Von uns aus auf der gegenüberliegenden Seite des Volksfestplatzes leuchtete wie gesagt ein Riesenrad in den dunklen Abendhimmel und in einem an eine Skihütte erinnernden Holzverschlag konnte man Bier und Brathendel verzehren. Es war für uns eine sehr skurile und irgendwie abstoßende Veranstaltung, so dass wir wie erwähnt zeitnah umkehrten und uns alsbald schlafen legten.
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| Blick auf Stadtamhof von der Steinernen Brücke aus. |
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| Donau, Steinerne Brücke und Regensburger Altstadt. |
Am folgenden Morgen fuhren wir gut zehn Kilometer die Donau flussabwärts zur Gedenkstätte Walhalla. Offiziell gilt Walhalla als Gedenkort. Gedacht wird dort seit 1842 verdienter deutschsprachiger Personen. Dazu ließ König Ludwig I. von Bayern ab 1830 einen protzigen Ehrentempel im Stile der Athener Akropolis mit dem Namen des Ruheorts gefallener Kämpfer der nordischen Mythologie errichten.
Meiner Meinung nach kann man die Walhalla mal gesehen haben
- muss man aber auch nicht. Wie immer bei der Ausstellung bedeutender Persönlichkeiten ist die Auswahl sehr männerlastig. Ein gewisser Zeitgeist spiegelt sich in der Auswahl der Personen natürlich auch wider.
Das Gebäude selbst ist zwar imposant, aber passt architektonisch nicht in die Gegend und wirkt deshalb meines Erachtens vor allem protzig. Die Akropolis gehört nun mal nach Griechenland. Da hätte ein bedeutender deutschsprachiger Architekt sich bestimmt auch etwas regional passenderes einfallen lassen können, das genauso imposant gewesen wäre. Schön ist der Blick übers Donautal. Bei guter Sicht soll man sogar die rund 170 km entfernten Berchtesgadener Alpen sehen können.
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| Säulengang entlang der Walhalla. |
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| Gedenkstätte Walhalla. |
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| Blick über die Donau bis nach Regensburg. |
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| Büsten in der großen Halle. |
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