Mittwoch, 13. Juli 2016

Erlebnisse im Frühling und Frühsommer...

... hatte ich dieses Jahr wieder sehr viele, weshalb zwar viele Geschichten geschrieben hätten werden können, doch fand ich einfach nicht die Zeit dafür. Heute gibt es einen kleinen Abriss über ein paar Ausflüge im Mai und Juni.
So gern ich die weite Welt bereise, finde ich es doch auch wichtig, sich in seiner Heimat ein wenig auszukennen und so brachten mich meine Wochenendausflüge in der letzten Zeit vor allem in Regionen entlang der Flüsse Zschopau und Elbe.
Während des Pfingstwochenendes erforschten wir die an der Zschopau gelegenen Schlösser Sachsenburg und Lichtenwalde. Auch wenn beiden den Namen "Schloss" führen, so sind der bauliche Zustand und die touristische Erschließung doch sehr verschieden. Die nördlich von Frankenberg gelegene Sachsenburg wird zwar zumindest zum Teil gerade saniert, aber momentan darf man das eigentliche Burggelände wegen der Baufälligkeit des Komplexes nicht betreten. Eine Wanderung entlang des Zschopautals und über einen Walderlebnispfad, vorbei an Feldern und zurück zum alten KZ Sachsenburg wieder am Fluss ist dennoch abwechslungsreich und macht Spaß.
Die Zschopau unweit vom Parkplatz am Fuße von Schloss
Sachsenburg.
Ein Bild mit ganz viel Glück: Auf dem Foto sind mindestens drei
vierblättrige Kleeblätter zu finden.
Die Wandersleut beäugten neugierig die Kühe am Wegesrand
und die Kühe die seltsamen Wandersleut auf dem Weg.
Blick auf das ehemalige KZ/ ehemalige Spinnerei vorn links
und Schloss mit Baukran.
Das Schloss- und Parkgelände Lichtenwalde südwestlich von Frankenberg hingegen ist gar hübsch herausgeputzt und wird liebevoll gepflegt. Von außen strahlte uns im Sonnenschein die in hellem pastellgelb verputzte Fassade an und im ausgedehnten Park leuchteten akkurat geschnittene Hecken und Bäume in dem saftigen Grün, welches den frischen Austrieben im Mai eigen ist. Die Wasserspiele sorgten dazu für Regenbogenfarben in der Luft.
Das Schloss Lichtenwalde.
Innenhof des Schlosses.
Ein Fenster in der Hecke machte den Blick frei auf durchdacht
angelegte Sichtachsen.
Neben Sonne gab es auch ein paar heftige Regenschauer zu Pfingsten.
Lustwandeln durch die Parkanlage mit Fernblick aufs Zschopautal.
Das Spitzhaus in Radebeul nordwestlich von Dresden hoch über der Elbe ist zwar kein Schloss, aber als ehemaliges Lusthaus noch immer ein Ort für Feste, Empfänge und gesellschaftliche Veranstaltungen. Egal ob man sich auf die Terasse des Restaurants oder ein paar Meter weiter am Fuße des Bismarckturms zu einer kleinen Pause niederlässt: der Blick die Weinberge hinab übers Elbtal entschädigt für den je nach Wanderweg mühsamen aufstieg. Keine hundert Meter vom Bismarckturm entfernt befindet sich das obere Ende der auch Himmelsleiter genannten Spitzhaustreppe, die mit über 365 Stufen auf dem Weg nach oben auf jeden Fall Kondition und Kreislauf der Ausflüger auf die Probe stellen. Es ist der kürzeste Verbindungsweg zum Weingut Hoflößnitz etwa 100 Höhenmeter niedriger. Einmal im Jahr findet hier der sächsische Mt. Everest Treppenmarathon statt, bei dem die Athleten 24 Stunden Zeit haben, um in etwa 100 Runden 8.848 Höhenmeter und damit eine Distanz von über 84km zu bewältigen. Manch einem Athleten reicht das noch nicht aus. So liegt der derzeitige 24 Stundenrekod bei über 150 Runden mit knapp 14.000 Höhenmetern. Wir ließen es bei unserem Besuch etwas ruhiger angehen.
Das Spitzhaus von unten betrachtet.
Blick über Radebeul und Dresden im Elbtal.
Einer von knapp 150 noch erhaltenen
Bismarcktürmen in Deutschland.
Beim Weg die Spitzhaustreppe hinab kamen uns viele Spaziergänger
mit angestrengt dreinblickenden Gesichtern entgegen.
Die Dresdner Gegend hat natürlich aber auch einiges an Schlössern zu bieten und so nutzten wir ein Wochenende, um mit dem Rad nach Pillnitz zu fahren. Die Strecke ist sehr entspannt und numindest auf der südlichen Elbseite auch sehr gut ausgebaut. Der Reiz der Strecke gepaart mit den guten Bedingungen und über 500.000 Einwohnern plus diversen Touristen bringt es jedoch auch mit sich, dass gerade an Schönwetterwochenenden sehr, sehr, sehr viele Leute unterwegs sind. Deshalb ist es durchaus empfehlenswert, die weniger frequentierte Strecke auf der anderen Elbseite zu nutzen, wo es allerdings eben auch keinen ausgebauten Weg direkt entlang der Elbe gibt. Doch da wir ein paar Huckel im Weg nicht scheuten, zogen wir diese Option auf dem Hinweg vor.
Schloss und Park Pillnitz selbst bestechen ähnlich wie Lichtenwalde durch hübsch sanierte Gebäude und akkurat gepflegte Gärten. Sehr ineressant fand ich auch die verschiedenen Hochwassermarken im Vergleich zum aktuellen Pegelstand der Elbe (knapp zwei Meter zu diesem Zeitpunkt). An den Markierungen fiel auf, dass es vor allem im 19. Jh. auch einige starke Hochwasser gegeben haben musste. Die zwei höchsten Markierungen waren nahezu gleichauf von 2002 und 1845.
Noch tief in Dresden mit der sich m.E. sehr schön ins Elbtal
einfügenden Waldschlösschenbrücke.
Schloss Pillnitz vom Wasser aus gesehen.
Die Pegelstände erinnern daran, dass die Elbe
durchaus zum reißenden Strom werden kann.
Auch von außen hübsch anzuschauen.
Ein Elbdampfer auf dem Rückweg zur Dresdner Altstadt.
Die über 300 Meter hohe
bunte Chemnitzer Esse.
Nach all den Besichtigungen von historischen Bauwerken, soll es abschließend noch um zwei Geschichten aus der Stadt mit Sachsens höchstem Bauwerk gehen. Der seit 2013 komlett bunt angestrichene Schornstein des Chemnitzer Heizkraftwerks ist schon von weitem sowohl bei Ankunft per Auto oder auch mit dem Zug zu sehen und mir gefällt dieses neue Wahrzeichen von Chemnitz richtig gut. Es bringt Stimmung und Leben in die sonst manchmal als grau bezeichnete Stadt.
Leben ist in diesem Fall das Stichwort, auf das ich für meine Vogelgeschichten gewartet habe. Das Frühjahr ist auch die Zeit, in der die meisten Tiere in unseren Breitengraden ihren Nachwuchs bekommen und Tierbabies stehen ähnlich wie Menschenbabies meist im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und werden gleichzeitig von ihren Eltern umsorgt.Auch wenn sie sehr niedlich sind, sollte man sich als Fremder den Kleinen also nicht allzu stark nähern, sonst bekommt man Ärger mit den Eltern.
An einem Ort, an dem ich regelmäßig entlangkomme, konnte ich dieses Jahr den kompletten Prozess von Nestbau über Brüten, Schlüpfen und Füttern der Jungtiere und bis zum Verlassen des Nestes von ein paar Amseln verfolgen. Es ist schon spannend, wie aus ein paar zusammengesammelten und auf einen Haufen gelegten Grashalmen ein mit Dreck und "Spucke" verklebtes Nest erwächst und wie nackt und hilflos die Vögel kurz nach dem Schlüpfen aussehen. Zwei Wochen später sind sie ausgeflogen und das Nest war wieder leer. Vielleicht erfährt es nächstes Jahr eine Wiederbelegung.
Vier frisch geschlüpfte und noch fast federlose Amseln.
Acht Tage später unter Mamas gestrengem Blick.
An etwas größeren Gewässern kann man im Frühling häufig auch Schwäne mit ihren Jungtieren beobachten - so auch am Schlossteich in Chemnitz. Es ist ein zum Lächeln anregendes Bild, wenn Mama Schwan gefolgt von sieben Jungschwänen und Papa Schwan den Fußweg kreuzen, um sich auf der angrenzenden Wiese zu einem Picknick nieder zu lassen. Während die Kleinen an entspannt an Grashalmen zupften oder einfach im Schatten der Bäume entspannten, waren die Eltern stets wachsam und fauchten Spaziergänger, die keinen groß genugen Bogen liefen, böse an.
Schwanenfamilie am Chemnitzer Schlossteich auf dem Weg...
... zu einem kleinen Picknick auf der Wiese.

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