... pflegen und aus diesem Grund veranstalten wir jedes Jahr eine Norwegian Reunion: ein Zusammentreffen von einer Gruppe von Freunden, die wir uns in Norwegen kennenlernten. Nach Strasbourg 2014 und München 2015 stand dieses Jahr Berlin auf dem Plan. Und wenngleich für uns das gesellige Beisammensein und Quatschen Priorität hatte, so erkundeten wir doch auch mehr oder weniger klassisch touristische Ziele von Berlin und auch Personen, die schon öfters mal in Berlin waren, bekamen noch die ein oder andere neue Ecke zu sehen.
Vom Brandenburger Tor oder dem Fernsehturm brauche ich euch sicherlicht nichts erzählen, zumal davon schon andere Blogeinträge von Redhead berichten. Spannender wird es beim Schloss Charlottenburg, dem Berliner Olympiastadion von 1936 oder meinem Favoriten: dem Teufelsberg. Als Einstieg nutze ich aber dennoch zwei Klassiker der Berliner Sehenswürdigkeiten: Checkpoint Charlie und die East Side Gallerie. Checkpoint Charlie selbst fand ich recht unspektakulär und mit den Fotostatisten in Uniform zu touristisch und kommerziell. Dennoch passte es, dass (heutzutage) direkt hinter dem Checkpoint Charlie (in der amerikanischen Zone) ein sehr bekanntes Fastfood Restaurant eine Filiale hat. Empfehlen kann ich gegenüber vom Checkpoint die ganzen Erklärungstafeln, die in einer Art Zeitstrahl viel Geschichtliches erklären.
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Fotostatisten am Checkpoint Charlie mit amerikanischer Flagge vor dem amerikanischten aller Fastfood-Restaurants. |
Die East Side Gallerie war zum Zeitpunkt unseres Besuchs (Mitte April 2016 - ich bin etwas im Schreibverzug) großteils mit Bauzäunen für Reinigungsarbeiten abgesperrte, denn leider werden die meist beeindruckenden Graffiti häufig mit Nichtigkeiten überschmiert. Viel entspannender empfand ich den Spaziergang entlang der Spree und über die markante Oberbaumbrücke.
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| Deutsche und Franzosen vor der East Side Gallery. |
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| Eine typisch gelbe Berliner S-Bahn rattert über die Oberbaumbrücke. |
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| Blick entlang der Spree zum Stadtzentrum mit Fernsehturm. |
Beeindruckend wirkte das Berliner Olympiagelände auf mich. 1936 sollte allein das Stadion 100.000 Menschen fassen und auf Fotos von damals sehen die Zuschauerränge während der 11. olympischen Sommerspiele der Neuzeit auch gut gefüllt aus. Meiner Meinung nach erinnert das Stadion stark an antike Bauten wie das Kolloseum in Rom. Heute ist es die Heimstätte der Berliner Fußballbundesligamannschaft, wird aber auch regelmäßig für andere (kulturelle) Großevents genutzt. Besonders beeindruckend fand ich das in der Renovierung befindliche Freiluftschwimmstadion, welches noch heute von steinernen Tribünen flankiert wird. Mit 1936 zusätzlich errichteten Holztribühnen konnten dort über 18.000 Menschen den Schwimmentscheidungen folgen. Selbst ohne Zuschauer wäre ich dort auch gern mal ins Becken gesprungen, aber das war im April leider nicht möglich.
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| Haupteingang in den Olympiapark mit Blick aufs Stadion. |
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| Berliner (Teddy-)Bären und wir. |
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| Blick ins leer Berliner Olympiastadion. |
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| Der in der Renovierung befindliche Schwimmbeckenbereich. |
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| Das Olympiagelände vom Teufelsberg aus gesehen. |
Unser Wochenende in Berlin war mit typischem Aprilwetter durchsetzt und so wechselten sich Regen und weniger Regen und graue Wolken ab. Als wir am Schloss Charlottenburg ankamen, mussten wir uns mit Nieselregen rumschlagen, so dass wir nicht sonderlich ausführlich durch den Garten flanierten, aber tolle Gartenlandschaftsgestaltung ließ sich auch bei grauen Wolken erkennen und bietet bei Sonnenschein sicherlich gute Gelegenheit, um entspannt zu flanieren. Wir zogen nach einem Regenschirmgruppenfoto recht schnell weiter.
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| Blick die Schlossstraße hinauf bis zum Haupteingang des Schlosses. |
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| Gut gepflegter Garten. |
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| Eine tolle Truppe in Berlin. |
Wie oben schon erwähnt, war mein Berlin-Highlight bei diesem Besuch der Teufelsberg, von dem ich zuvor auch noch nie gehört hatte und den ich deshalb etwas ausführlicher vorstellen will. Der Teufelsberg erhebt sich über Berlin Grunewald im Westen von Berlin nicht sehr weit entfernt vom Schloss Charlottenburg und mit weniger als 2km Luftlinie noch näher am Olypiapark. Der Berg entstand erst nach dem zweiten Weltkrieg aus vielen Millionen Kubikmeter Schutt, der über viele Jahre LKW um LKW im Grunewald abgeladen wurde. Im Verwaltungsgebiet der Briten in der durch den kalten Krieg geteilten Stadt liegend, dauerte es nicht lange, bis die Alliierten den Berg als Spionagestützpunkt für sich entdeckten und so saßen die westlichen Geheimdienste bis zum Ende des kalten Krieges auf dem Schuttberg und lauschten gen Osten. Nach der Demontage der militärischen Technik und einer Privatisierung des Geländes in den 90ern scheiterten geplante Bauvorhaben auf dem Gelände und Vadalismus zog ein. Seit 2010 entstand auf, in und zwischen den verbliebenen Gebäuden die größte Graffiti Galerie Europas. Noch immer sind auf dem Gelände Müll, Chaos und Vadalismus leicht erkennbar, aber Grafitti brauchen wohl auch ein gewisses Maß an Freiheit und der Übergang zwischen Chaos und Kunst ist fließend. Installationen auf dem Gelände (von Bäumen in Badewannen über Europaletten an Steilhängen bis zu Fahrrädern an Gullis) beeindrucken genauso wie die Blicke über Berlin vom Dach aus oder die unzähligen, stilistisch sehr verschiedenen Grafitti. Der Teufelsbergi st ein Erlebnis und für Berlinbesucher definitiv zu empfehlen.
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| Auf den ersten Blick müllig, auf den zweiten Blick cool. |
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| Zerfetzte Planen, Stahlgerippe und Beton erzeugen ein besonderes Flair. |
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| Auf dem Dach. |
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| Innen wie außen gibt es zahllose Graffiti zu entdecken. ... |
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| ... Manche sind detailgetreu, andere abstrakt. ... |
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| ... Faszinierend waren die meisten. |
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| Erst waren die dunklen Wolken in der Ferne, dann kamen sie zu uns. |
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| Blick über Berlin nach dem Regen. Den Fernsehturm erkennt man gut. |
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