... oder auch das Ende der Erde. Die Sichtweise auf den nordwestlichsten Zipfel Frankreichs wird durch die Sprache bestimmt: 'Penn-ar-Bed' auf Bretonisch oder eben 'Finistère' auf Französisch. Für mich ist es einfach nur eine wunderschöne Region zum Leben, Arbeiten oder eben auch Urlaub machen. Man hat das Meer, den Wind, steile Küstenabschnitte gefolgt von breiten Sandstränden, kleinen Dörfern mit mindestens einer Crêperie, freundliche Menschen und zumindest in der Nebensaison nur eine geringe Anzahl von Touristen. Und wenn man ganz viel Glück hat, dann regnet es noch nicht einmal. :)
Ich hatte bei meinem zweiten Reiseabschnitt in Frankreich großteils Glück. Das klassisch bretonische Wetter von früh dickem Nebel, später Sonnenschein gefolgt von Regen wiederum gefolgt von Sonnenschein und eventuell erneutem Regen hatte ich nur an einem der vier Tage. Ansonsten schien die Sonne so kraftvoll auf diesen Kopf der Welt hinab, dass die Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad Celsius schwankten und ich mir Ende September tatsächlich noch mal einen leichten Sonnenbrand zuzog.
In der Bretagne besuchte ich meine alte AuPair Familie. Während des Tages, als die zwei Kinder in der Schule waren, hatte ich jedoch immer genug Zeit für mich, um per Fahrrad oder auf Schusters Rappen altbekannte sowie neue Wege an der bretonischen Küste zu entdecken.
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Vom Urlaub profitieren heißt zeitig aufstehen, statt nur im
Bett zu liegen. |
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Häuser am Plage de Kervel - 'meinem' Strand nur 30-45
Fahrradminuten von Plogonnec entfernt. |
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Breiter Sandstrand, wenige Menschen. Rechts im Hintergrund
kann Douarnenez erahnt werden - eine hässliche Hafenstadt. |
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| Küstenimpressionen. |
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| Während Ebbe kann man beispielsweise Muscheln (zum Essen) sammeln. |
Die meiste Zeit verbrachte ich so nah am Meer, wie es nur ging, doch auch die bretonischen Dörfer und (kleineren) Städte haben ihren Reiz. So gilt das noch aus dem 16. Jahrhundert baulich authentisch erhaltene Locronan schon seit jeher als eines der schönsten Dörfer Frankreichs und wurde durch eine Umfrage im Anschluss an eine TV Dokumentationsreihe mit mehreren Dörfern in Frankreich letztes Jahr offiziell auf den zweiten Platz gewählt. Doch auch in Plogonnec und fast allen anderen Orten der (westlichen) Bretagne finden sich die typischen Natursteinhäuser.
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| Bilder aus Locronan, Plogonnec und Quimper. |
Bretonen sind stolz darauf, Bretonen zu sein. So verwundert es nicht, an Autos häufig entsprechende Sympathibekundungen zu lesen. Auch die schwarz-weiße Flagge der Bretagne ist ein gern gezeigtes Zeichen von Regionalstolz. Eine der vielen Redewendungen in der Bretagne lautet: Frankreich ist ein kleines Land zwischen der Bretagne und Belgien.
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Aufkleber am Autoheck zeigen häufig Figuren in bretonischer Tracht. |
Einen Tag (den mit Sonne- und Regenwechsel) nahm ich den Bus nach Camaret-sûr-Mer, einem meiner Lieblingsflecke in Finistère. Kleine Trampelpfade führen durch Wald und Wiesen sowie auf und ab entlang der Küste. Traumhafte Ausblicke beim Wandern.
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| Ein Moment mit ein paar mehr Wolken am Himmel. |
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| Urlaub - es geht mir gut. |
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Hoch auf den Klippen thront ein Denkmal für die
nie vom Meer zurück Gekehrten. |
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Die See ist hier ein wenig ruhiger, aber trotzdem
erinnert mich das Bild stark an Caspar David
Friedrichs 'Wanderer über dem Nebelmeer'. |
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Trauriger Weise ist an diesem tollen Strand das Baden verboten.
Im Treibsand lauert die Gefahr. |
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Die Bretagne ist auch Schauplatz vieler Legenden um Arthur
und seine Ritter. Menhire wie in Camaret finden sich oft entlang
der Küste und entfalten ihren vollen Charme und Mystik am
besten, wenn dicke Nebelschwaden um sie herum wabern. |
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| Ohne Worte. |
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| Wunderschöne bretonische Küste. |
Das ständige Wandern und Radfahren macht natürlich auch hungrig. Die Bretagne bietet eine große Auswahl an kulinarischen Spezialitäten. Das wohl bekannteste bretonische Essen sind die Crêpes. Kennen wir in Deutschland Crêpes vor allem als süße Speise, die es auf Jahrmärkten oftmals auf die Hand gibt, reiht sich in bretonischen Orten nicht selten eine Crêperie an die andere. Eine Crêperie ist ein Restaurant, in dem es Crêpes gibt. Buchweizencrêpes (im den östlichen Departments der Bretagne meist Galett genannt) werden herzhaft (Käse, Wurst, Gemüse, Meeresfrüchte...) gefüllt, die aus normalem Weizen bilden das süße Dessert. Sehr lecker! Daneben werden in der Bretagne natürlich viele Meeresfrüchte gegessen und ganz, ganz viel (mit Meersalz gesalzene) Butter. Wer Gebäck oder andere Konditorreiprodukte verkaufen will, schreibt am besten gleich großbuchstabig auf die Verpackung 'pur beurre'. Wer bretonisch bäckt, braucht viel Butter. So kommen beim Kouign Amann auf 250g Mehl 200g Butter. Der Quatre Quart besteht, wie der Name schon andeutet, zu vier gleichen Teilen aus Mehl, Butter, Zucker und Eiern. Fett ist ein Gechmacksträger.
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Das Savoir Vivre in der Bretagne. Dazu gehören natürlich der
Buchweizencrêpe (im Foto mit Jakobsmuschelfleisch gefüllt),
der Far Breton, Kouign Amann und verschiedenstes Gebäck mit
viel Butter. Ebenso Brombeeren, Waldpilze, Baguette und Flan. |
Nach vier tollen Tagen mit super Wetter in der Bretagne hieß es Abschied nehmen. Nach der Provinz wartete die trubelige Metropole Paris auf mich.
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Eine weitere bretonische Weisheit: Wenn du
in der Bretagne ankommst, regnet es. Wenn du
sie wieder verlässt, weinst du. |
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