Mittwoch, 22. November 2017

Caspar David Friedrichs Geburtsstadt...

... war Anfang November das Reiseziel vom Rotschopf. Eigentlich wollte ich in Greifswald mein erfolgreiches Bankdrückjahr fortsetzen. Am Ende konnte ich an der Ostsee jedoch nur meine Vereinsgefährten anfeuern, während ich selbst verletzungsbedingt leider nicht ins Wettkampfgeschehen eingreifen konnte. So blieb außerdem ein bisschen mehr Zeit für den Bummel durch die Universitätsstadt und das obligatorische Fischbrötchen an der Ostsee.
Übernachtet haben wir in der Nähe des Ursprungs der Stadt: Eldena. Der Stadtteil bezieht seinen Namen vom im 12. Jh. dort gegründeten Kloster, von dem heute zwar nur noch einige wenige Mauerruinen erhalten sind, doch bereits diese Überbleibsel lassen erahnen, wie groß das Kloster einst war. Schon heute fand ich die Größe imposant. Vor 800 Jahren war es bestimmt noch beeindruckender.
Klosterruine Eldena.
Der Caspar und ich.
Die Langenbacher Bankdrückermannschaft in Greifswald.
Die Altstadt von Greifswald hingegen beeindruckte mich nicht. Der Besuch in Stralsund von März war mir noch recht präsent und so erwartete ich eine knuffige alte Hansestadt mit vielen Backsteingebäuden und engen Gassen die ihren Charm versprühen. Dieses Gefühl kam in Greifswald bei mir jedoch nie auf. Es gibt einfach zu viele verschieden Baustile - von wenigen hübschen, teils jedoch dringend sanierungsbedürftigen Backsteinhäusern über DDR Plattenbau bis hin zu hässlich mit unpassenden Farben überstrichenen Fachwerkäusern - so dass sich nie ein rundes Gesamtbild bei mir einstellte. Man kann die Altstadt von Greifswald besuchen, hat aber auch nicht viel verpasst, wenn man sie sich nicht anschaut.

Blick vom Rathaus über den Markt gen Osten.
Blick aufs Rathaus vom Marktplatz aus.
Rechteckig ist an einigen der alten Häuser kaum etwas,
aber zumindest wurde hier das Fachwerk erhalten.
Das repräsentative Hauptgebäude der Universität. Im Hinter-
grund die St. Jakobi Kirche.
Ein weiteres, altes Backsteingebäude der Universität.
Gefallen wiederum hat mir das Gebiet entlang des Flusses Ryck. Wir schlenderten tagsüber auf Höhe der Altstadt den Fluss entlang und am Abend unweit seiner Mündung in die dänsiche Wieck (Bucht im Süden des Greifswalder Boddens). Überall sind Schiffe vertäut. Entweder wurden sie gerade noch für die Überwinterung hergerichtet oder waren schon mit Planen gegen Wind und Wetter geschützt. Besonders nahe der Altstadt lagen viele Segelboote, die bei mir Seefahrerromantik aufkommen und mich an Caspar David Friedrichs Bilder denken ließen. Kurz vor der Mündung in den Bodden überquert die erste Brücke seit der etwa fünf Kilometer flussaufwärts liegenden Altstadt den Fluss: Die historische Wiecker Holzklappbrücke. In Aktion haben wir die im 19. Jh. errichtete Brücke leider nicht gesehen. Auch das Sperrwerk direkt an der Mündung betrachteten wir aus Zeitgründen nur im Dunkeln am Abend.
Ryck mit Booten auf Höhe der Altstadt.
Blick auf den Ryck von einer historischen Werft aus.
Nach nur zwei Tagen im Norden verließen wir Greifswald und die Ostsee auch schon wieder, um Sonntag Abend wieder in der Stadt anzukommen, in der Caspar David Friedrich gestorben ist: Dresden.
Blick auf den Greifswalder Bodden.
An der See muss Frau natürlich Fischbrötchen essen.

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