Sonntag, 2. Februar 2014

Ich habe einen Kater...

... ist eine wahre und eigentlich simple Aussage und kann doch zu Verwirrungen und Missverständnissen führen. Wollte ich damit jetzt zum Ausdruck bringen, dass ein manchmal verschmustes, manchmal kratzbürstiges Fellknäuel regelmäßig seine Futterportionen bei mir abholt? Oder wollte ich mit der Aussage andeuten, dass ich am Vortag mehr Alkohol getrunken habe, als gut für mich gewesen wäre? Oder schrieb ich diese Zeile mit schmerzverzerrtem Gesicht, da mir nach dem gestrigen Wettkampf Muskeln weh tun, von deren Existenz ich vorher noch nicht einmal Kenntnis hatte?
Im aktuellen Fall treffen die erste und letzte Interpretation zu. Interessant fand ich beim Durchdenken der Aussage die vielen sprachlichen Eigenheiten mit diesem Tier.
Der Katzenjammer ist nichts Schönes. Als ich als kleines Kind gehört habe, dass man mit Katzenköpfen Einfahrten pflastert, war ich geschockt - bis ich erfuhr, dass Pflastersteine umgangssprachlich auch so genannt werden. Ein einzelner Katzenkopf kann auf dem Schiff auch die Ankerhalterung bezeichnen - oder eine Birnensorte. Und vom gestiefelten Kater will ich noch gar nicht einmal anfangen.
Aber nicht nur die Schmusetiger haben es in unseren Sprachgebrauch geschafft. Schließlich stillen wir bei Sauwetter unseren Bärenhunger auch gern mal kalten Hund, nachdem wir unsere Löwenmähne gebändigt haben. In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen affengeilen Sonntag.

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