... und zweitens als man denkt. Das ist kein richtiger Satz und doch einer, den man hier und da hin und wieder mal hört. Er drückt das aus, was das Leben spannend macht - oder unberechenbar und tragisch - das hängt wohl von der Sichtweise ab.
Es können kleine Dinge sein, die das wohlgeordnete Leben durcheinander bringen: ein unerwarteter Telefonanruf, eine überraschende Beobachtung, eine freudige oder unangenehme Begegnung und vieles mehr. Doch den kleinen, alltäglichen Dingen schenken wir kaum Beachtung. Es muss entweder etwas Größeres sein, wie eine ungefährliche, aber Nerven und Zeit kostende Autopanne, oder etwas, das emotional aufgeladen genug ist, um im Gedächtnis zu bleiben. Positive und negative Valenzen sind das Salz in der Suppe; das, was das Blut in Wallung bringt; das, was sich in unser Gedächtnis einbrennt.
Emotionen.
Auch die rationalsten Menschen sind wohl nicht davor gefeit, denn wahre Emotionen kommen spontan und ungeplant, lassen sich nicht kontrollieren, sind meist dann am intensivsten, wenn es mal wieder anders gekommen ist, als geplant und es kommt immer anders, als geplant - das wissen nicht erst seit Egon und seiner Olsenbande. Pläne gehen nicht auf - zumindest nicht genau so, wie sie entworfen wurden.
Doch ist das schlimm? Manchmal mag es uns so scheinen, aber das ist meist dann nur so, wenn wir viel Energie uns Zeit darauf verwendet haben, Pläne zu schmieden. Gehen wir offen und ein bisschen planlos durch die Welt, dann scheint auch nichts anders zu kommen, als man denkt - denn man denkt einfach nicht. Man lässt das Leben auf sich einströmen. Sich ständig einfach nur treiben zu lassen mag für den Einen erstrebenswert sein, für andere wiederrum nicht.
Am Ende ist es wohl eine Frage der Einstellung, wie man mit unerwarteten Ereignissen umgeht, ob man sich aus der Bahn werfen lässt oder nicht. Ist das Wasserglas halb voll oder halb leer? Eine wertneutrale Formulierung für diese einfache Frage zu finden ist gar nicht so einfach, was zeigt, dass Wertungen in unserer Natur liegen. Wahre Objektivität fällt dem Menschen schwer - aber dafür sind wir Menschen und keine Maschinen.
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